NAGL~WINTERSBERGER · 45 JAHRE WUK · 03.10.2026

Kugelkopf ext. 8:
LOK1000

WEICHE · AV-Neufassung 2026

Performative Skulptur – installative Performance. Die Kugelköpfe tauchen unvermittelt auf, mengen sich in das Geschehen ein und führen einen Dialog mit der Umgebung. Sie irritieren die Alltäglichkeit der Schauplätze und den gewohnten Blick der Passant*innen.

„Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.“ — Francis Picabia

WUK-Hof · Samstag, 3. Oktober 2026, 15:00 · Andrea Nagl, Carla Schuler, Julia Mariacher
Neufassung 2026AV 4K 3840 × 2160 · 25 fpsLangfassung 4:38Trailer 2:223D GLB · Film 2:00Performance 03.10.2026 · 15:00WUK Hof · Eröffnung 03.10.1981
AV 2026

WEICHE · Kugelkopf ext. 8: LOK1000

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WEICHE · Kugelkopf ext. 8: LOK1000 (2026) — nagl~wintersberger · AV 4K Langfassung 4:38 · 3840 × 2160 · Stereo · 6 950 Frames · YouTube ↗
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Trailer 2:22 · 3840 × 2160 · 3 550 Frames · eigenständige Fassung mit allen Kapiteln · YouTube ↗
WEICHE

Kugelkopf · Typenkugel · Lokomotive

Am 3. Oktober 1981 wurde das WUK eröffnet – in der ehemaligen Lokomotivfabrik von Georg Sigl an der Währinger Straße. Auf den Tag genau 45 Jahre später, am 3. Oktober 2026 um 15 Uhr, tauchten im Hof drei Kugelköpfe auf: Kugelkopf ext. 8: LOK1000, die achte Erweiterung der Serie von nagl~wintersberger, getanzt von Andrea Nagl, Carla Schuler und Julia Mariacher.

Die Neufassung heißt WEICHE. Eine Weiche ist der Ort, an dem eine Bahn die Richtung wechseln kann – das Gleis selbst kennt nur eine. Francis Picabias Satz „Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann“ begleitet den Kugelkopf seit Jahren; im Hof einer Lokomotivfabrik bekommt er einen zweiten Boden: Die Kugel ist die Form, die das Gleis verlässt. Schon 2015 hieß es zu Tracking Philae: Die linearen Strukturen unserer Städte bilden Machtverhältnisse ab – die Kugelköpfe durchbrechen sie.

Kugelkopf heißt im Deutschen auch die Typenkugel der IBM-Schreibmaschine Selectric (1961): 88 Zeichen auf einer Kugel, die sich für jeden Buchstaben dreht und kippt – ein Kopf, der für jedes Zeichen die Richtung wechselt. Die AV-Arbeit nimmt diesen Doppelsinn als Bildsprache: Der Film wird getippt. Vor- und Nachspann schreibt eine gerenderte Typenkugel, Zeile für Zeile, mit Farbband schwarz und rot; die Aufnahmen des Nachmittags werden zu Schreibmaschinengrafik, zu Zeilen, zu einer Strichliste der 45 Jahre.

Die Kugelköpfe selbst sind Collagen aus Fotografien von Gesichtern und Augen, auf Papiermaché kaschiert – aus der Nähe ein Mond mit Kratern, die zurückschauen. Kapitel IV liest diese Oberfläche als Himmelskörper und trägt die Stationen des Zyklus seit 2010 als Krater ein; Tracking Philae (2014/15) hatte den Kugelkopf schon einmal einem Kometen hinterhergeschickt.

Material sind 253 Fotografien und 25 Videos in 4K vom 3. Oktober 2026 im WUK-Hof, samt Originalton. Keine generierten Bilder: Typenkugel, Typoskript, Zeilenschaltung, Mondkarte und 3D-Modell sind eigens für diese Arbeit in Python, NumPy und ffmpeg geschrieben. Die Palette kommt vom Ort und vom Werkzeug: Typoskriptpapier, Farbband schwarz und rot, das dunkle Stellwerkpult, das Gelb der beleuchteten WUK-Türen.

I–V

Kapitel · Fahrplan

KAPITELLANGTRAILERVERFAHREN
0Vorspann0:000:00Die Typenkugel schreibt Titel, Werkdaten und Picabia – Selectric-Logik: die Kugel wandert, das Papier rückt vor.
IGleisbild0:260:09Die Ortsgeschichte 1855–2026 als Stellwerk-Gleisplan über Kantenzeichnungen des Hofs; Weichen 1873 und 1981; die Kugel verlässt am 03.10.2026 das Gleis.
IITyposkript0:580:21Fotos und Videos als Schreibmaschinengrafik mit Überschlag; Ziegel = rotes Farbband. Zeit-Typoskript: jede Zeile hält den Moment ihres Anschlags fest. Am Ende kehrt das Bild Zeile für Zeile zurück.
IIIZeilenschaltung1:500:45Drei Hochkant-Aufnahmen als Triptychon; jede der 40 Bildzeilen läuft zeitversetzt (bis 34 Frames) – Bewegung wird zur Scherung. Getippte Zeilen: „Mensch oder Skulptur?“
IVMondkarte2:481:13Die Collage-Oberfläche der Kugeln als Himmelskörper; 13 Krater = 13 Stationen 2010–2026; Nahaufnahmen in Kreisblende; Giordano Bruno.
VStillstand / 453:361:35Reale Bilder des Nachmittags; Strichliste 1981 → 2026; die drei Figuren erstarren zur Installation und werden Tuschezeichnung.
NNachspann4:122:03Credits, Zyklus, Ort, Referenzen – getippt.
TON

Anschlag, Schienenstoß, Hof

Die Tonspur folgt dem Bild Anschlag für Anschlag. Die Typenkugel ist synthetisch nachgebaut: Kugeldrehung, Typenanschlag (Klick, Körper, tiefer Schlag), Wagenrücklauf mit Ratsche, die Glocke am Zeilenende, das 60-Hz-Brummen des Motors. Im Gleisbild zählt der Schienenstoß die Strecke, die Weichen schlagen um, jedes Signal hat seinen Ton.

Der Originalton des Nachmittags – Stimmen, Kinder, der Hof – wird nicht ersetzt, sondern bearbeitet: im Typoskript durch einen Farbband-Kamm, in der Zeilenschaltung zeitversetzt wie die Bildzeilen (acht Abgriffe, links – Mitte – rechts wie das Triptychon), auf der Mondkarte spektral eingefroren zu einem stehenden Klang, über dem die Krater als Glocken aufleuchten. Im Stillstand klingt der Hof unbearbeitet; jeder Strich der 45 Jahre ist ein Anschlag. Lautheit −16 LUFS, True Peak −2 dBFS.

STELLWERK

Gleisbild zum Spielen

Weichen W1–W3 anklicken = Richtungswechsel · Ton nach erstem Klick

Stellwerk bereit.

KUGELKOPF

Typenkugel-Schreibmaschine

Einfach tippen – die Kugel dreht und kippt zum Zeichen (4 Kipp- × 22 Drehstufen).
ZEILE = ZEIT

Zeilenschaltung

Fünf Fotos derselben Sekunde (IMG_9182–9186): jede Zeile zeigt einen anderen Moment – wie in Kapitel III.

1855 → 2026

Ort · Währinger Straße 59

1855 errichtet Georg Sigl an der Währinger Straße 59 seine Lokomotivfabrik; seine Werke zählen bis 1870 die tausendste Lokomotive (gebaut in Wiener Neustadt). Nach dem Börsenkrach 1873 wechselt der Betrieb die Richtung: Maschinenbau, Bühnentechnik für die Hofoper, Eisenkonstruktionen für die Votivkirche.

1884 zieht das Technologische Gewerbemuseum (TGM) ein und bleibt fast hundert Jahre. Als es 1980 nach Brigittenau übersiedelt, drohen Abriss oder Wohnbau. Am 27. Juni 1981 wird das Gebäude besetzt, am 3. Oktober 1981 öffnet das WUK – Werkstätten- und Kulturhaus, selbstverwaltet, basisdemokratisch, mit einem eigenen Bereich für Tanz, Theater und Performance.

Der Titel LOK1000 reiht sich in die Maschinennamen der Serie ein – nach ext. 5: C64 (Volkstheater 2019) –, und er liegt auf dem Gleis dieses Ortes. Am 3. Oktober 2026, um 15 Uhr, beim Fest „45 Jahre WUK“, gehen die Kugelköpfe im Hof zwischen Stiege F, Zelt, Pavillon und Publikum ihrer eigenen Trajektorie nach.

03.10.2026

Fotos · der Nachmittag

34 von 253 Fotografien · 3. Oktober 2026, 15:07–16:27 · Foto: medienwerkstatt006

2010 → 2026

Der Zyklus

  • 2010Kugelkopf I · Kindly AlienI-Sonic · Gefechtsturm Arenbergpark, Wien
  • 2012fast forward FrohnburgSalzburg
  • 2013Kugelkopf extended · extended 2Zwentendorf · off Theater Wien
  • 2013VorlesungBauhaus-Universität Weimar
  • 2014/15ext. 3 / 3ⁿ Tracking Philaemo.e · Aula der Wissenschaften Wien
  • 2017ext. 4 Sub DivoGraz · Palais NÖ · FH St. Pölten
  • 2019ext. 5 C64 · ext. 6 Out of the BoxVolkstheater Wien · Ars Electronica Linz
  • 2026ext. 8 LOK100045 Jahre WUK · Hof

→ Mondkarte: alle 13 Stationen als Krater auf der Kugel

3D

Rekonstruktion · Spielmodell

▶ 3D-Film 2:00Video laden · YouTube
WEICHE · 3D-Rekonstruktion WUK-Hof (2026) — 3D-Animation 2:00 · 3840 × 2160 · eigener Rasterizer auf der GLB-Geometrie · YouTube ↗
◉ 3D-Modell · SketchfabModell laden · Sketchfab
Kugelkopf ext. 8: LOK1000 (2026) · GLB-Modell mit Animation „WUK_Hof_Zyklus_120s“ · Sketchfab ↗ · skfb.ly/pODMV

Der Hof als weißes Architekturmodell im Maßstab 1:1 in Metern: Nordbau mit Stiege F und beleuchteten Türen, Ost- und Westtrakt, Pavillon, Zelt, Bäume als Kugelkronen, Passant*innen als Modellfiguren. Darin die drei Kugelköpfe mit der Collage-Oberfläche, über dem Hof die Typenkugel, und – als Geist der Lokomotivfabrik – ein rotes Gleis mit Weiche und eine durchscheinende Lok von 1855.

→ 3D-Rekonstruktion (GLB-Betrachter, Choreografie 120 s)
→ Spielmodell: selbst Kugelkopf sein
↓ GLB herunterladen

TECHNIK

Werkdaten

Video 3840 × 2160, 25 fps, H.264 High 5.1 (x264, CRF 20, max. 40 Mbit/s, GOP 50), BT.709 · Ton AAC 256 kbit/s, 48 kHz, Stereo, −16 LUFS · Langfassung 4:38 = 6 950 Frames, Trailer 2:22 = 3 550 Frames, 3D-Film 2:00 = 3 000 Frames.

Verfahren Python/NumPy → ffmpeg; Typenkugel analytisch gerendert (Kugel mit 88 gespiegelten Typen, Relief, Chrom-Umgebung); Typoskript aus einem Glyphen-Atlas der Courier Prime mit Überschlag und Farbband-Struktur; Zeilenschaltung mit Bildspeicher je Panel; Mondkarte aus Nahaufnahmen der Kugeln als äquirektangulare Collage; 3D mit eigenem numba-Rasterizer (G-Buffer, Schattenkarte, Deferred Shading).

3D glTF 2.0 Binary (GLB), Meter, Y oben; Knoten: Bauten, Pflaster, Gleis_Lokomotivfabrik_1855, Typenkugel_IBM_Kugelkopf, Geisterlok_Sigl_1855, Kugelkopf_1–3 (Hüfte, Beine, Rumpf, Arme, Kugelkopf); Animation „WUK_Hof_Zyklus_120s“. Web: three.js r169 lokal, ohne Tracker.

Schrift Courier Prime (Typoskript) · IBM Plex Mono (Stellwerk) – beide OFL; die Hausschriften von medienwerkstatt006 bleiben dem globalen Kopf vorbehalten.

REF

Referenzen · Projektbezüge

Weitere AV-Neufassungen 2026: A MOMENT SNAKE AND CHESS · HYPERILLUSION · LESEKOPF · UNSTERN 2026 · MOVING GALLERY — TRANSIT

Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.
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