MARKUS WINTERSBERGER · ANDREA NAGL · 2011 / 2026

INNER SPACE

Zeitgeflecht · Licht · Zeit · Bewegung

Standbild aus Kapitel IV — eine Kohlezeichnung von 2011 als Werkzeugbahn in eine dunkle Graphitplatte gefräst; die Rillen leuchten weiß, vier orange Fräsköpfe arbeiten gleichzeitig.IV — EINGEFRÄST · 04:05
Neufassung 2026AV 4K 3840 × 2160 · 25 fpsLangfassung 5:22Trailer 2:383D-Animation 1:303D-Modell glTF · SketchfabOriginal 2011 · 9:54401 Lichtzeichnungen · 10 Kohlezeichnungen
N010

AV 2026

G01 · 8 050 FRAMES
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INNER SPACE · ZEITGEFLECHT (2026) — Langfassung 5:22 · 3840 × 2160 · 25 fps · Stereo −16 LUFS · 8 050 Frames · YouTube ↗
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Trailer 2:38 · eigenständige Fassung mit allen Kapiteln und anderen Ausschnitten · 3 950 Frames · YouTube ↗
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3D-Rekonstruktion des Bühnenraums · 1:30 · YouTube ↗ · 3D-Modell: Bühnenraum · Sketchfab ↗
N020

Zeitgeflecht

G02 · KONZEPT

2011 füllten vier Sequenzen der Choreografin Andrea Nagl gleichzeitig den Bildraum: eine Tänzerin, eingebettet in ein Feld live zugespielter Lichtzeichnungen. 2026 werden die Metaphern des Werktexts beim Wort genommen — das Zeitgeflecht wird gewebt, die Lichtspur vom Körper getrieben, das Einfräsen zur Werkzeugbahn, der Zeitraum zu einem einzigen Bild.

Die Neufassung arbeitet ausschließlich mit dem Material von 2011: dem Video der vier Sequenzen (1280 × 720, 24 fps, mit Originalton), 401 Lichtzeichnungen und zehn Kohlezeichnungen im Format A2. Jedes Kapitel übersetzt einen Satz des Werktexts in ein eigenes Bildverfahren — Zeitversatz, Weberei, optischer Fluss, Fräsbahn, Summenbild.

Die Bildsprache ist eigens für diese Arbeit entwickelt: strenges Schwarz-Weiß zwischen Licht und Kohle, die Polarität der Zeichnungen als Dramaturgie, eine einzige Akzentfarbe — die Glut des Fräskopfs — und eine Einstrich-Vektorschrift (Hershey), die als Werkzeugbahn geschrieben wird, nicht gesetzt. Die Titel dieser Seiten sind dieselben Bahnen.

Der Ton entsteht nur aus dem Originalton von 2011: als Kanon der vier Zentren, als Granulation im Rhythmus der Webbindungen, als Sonifikation des optischen Flusses, als Spindeltöne der Fräse und als 401 Einschreibungen. Keine generative KI.

4 Sequenzen der Choreografin Andrea Nagl füllen gleichzeitig den Bildraum. Die Tänzerin ist in ein Feld aus live zugespielten Licht Zeichnungen eingebettet. Jede Bewegung scheint die jeweilige Lichtspur zu verändern.Markus Wintersberger, Werktext 2011
N030

Partitur

G03 · ZEITLEISTE
Kapitel wählen · mit geladenem Video springt die Wiedergabe an die Stelle
0:001:002:003:004:005:005:22

N040

Kapitel

G04 · LICHT ⇄ KOHLE
Standbild Vorspann

Vorspann

LANG 0:00–0:24 · TRAILER 0:00–0:12

Ein Fräskopf schreibt den Titel in Hershey-Einstrichschrift; die Werkzeugbahn läuft als G-Code mit. Dahinter öffnen sich vier Spalte — die vier Zentren.

Standbild I — Vier Zentren

I — Vier Zentren

LANG 0:24–1:14 · TRAILER 0:12–0:30

Die vier Sequenzen von 2011 laufen nebeneinander und werden zeitlich auseinandergezogen (bis 18 s Versatz in der Langfassung). Nachleuchten macht Bewegung zur Spur; darunter der Mittelspalt jeder Sequenz als Zeitband.

Standbild II — Zeitgeflecht

II — Zeitgeflecht

LANG 1:14–2:14 · TRAILER 0:30–0:56

Ein tatsächliches Gewebe: Kette = Lichtzeichnung, Schuss = Zeitspalt der vier Sequenzen. Leinwand, Köper 2/2, Kettatlas 5 und Panama folgen aufeinander; ein Ikat-Versatz verschiebt die Kettfäden in der Zeit, zuletzt fallen Fäden aus.

Standbild III — Lichtspur

III — Lichtspur

LANG 2:14–3:14 · TRAILER 0:56–1:26

Der optische Fluss der Tänzerin (Farnebäck) treibt 9 000 Lichtteilchen. Sie werden im Hellen geboren, folgen der Bewegung und leuchten als Spuren nach; Wirbel um die vier Zentren machen den Raum zum Partner.

Standbild IV — Eingefräst

IV — Eingefräst

LANG 3:14–4:14 · TRAILER 1:26–1:54

Kohle- und Lichtzeichnungen werden skelettiert und als Werkzeugbahnen von vier Spindeln T1–T4 in eine Graphitplatte gefräst. Danach fällt das Licht der Zeichnung in die Rillen.

Standbild V — Zeitraum

V — Zeitraum

LANG 4:14–4:56 · TRAILER 1:54–2:18

Alle 401 Lichtzeichnungen werden beschleunigt eingeschrieben; ihre Lichtlinien summieren sich zu einem einzigen Bild — einem Zeitraum. Zuletzt kippt es in die Polarität der Kohle.

Standbild Nachspann

Nachspann

LANG 4:56–5:22 · TRAILER 2:18–2:38

Mitwirkende, Material, Verfahren, Referenzen und Links.

N050

Verfahren

G05 · KETTE · SCHUSS · BAHN

Vier Bindungen ordnen das Zeitgeflecht. Weiß = Kettfaden (Lichtzeichnung) liegt oben, Schwarz = Schussfaden (Zeitspalt der vier Sequenzen) liegt oben.

Kette und Schuss. Die Kettfäden tragen eine Lichtzeichnung, die Schussfäden den Mittelspalt der vier Sequenzen über die ganze Dauer des Videos – Zeit als Faden. Wo die Bindung die Kette nach oben holt, erscheint das Bild; wo der Schuss oben liegt, die Zeit.

Optischer Fluss. Zwischen zwei Bildern jeder Sequenz wird die Bewegung pro Bildpunkt geschätzt (Farnebäck 2003). Dieses Vektorfeld treibt Lichtteilchen – die Lichtspur reagiert tatsächlich auf die Bewegung der Tänzerin.

Werkzeugbahn. Kohle- und Lichtzeichnungen werden zu einem Pixel breiten Skeletten verdünnt (Zhang-Suen), zu Bahnen verfolgt, vereinfacht und nach nächstem Nachbarn geordnet – so, wie eine Fräse sie abfahren würde. Vier Spindeln teilen sich die Bahnen.

Summenbild. Von jeder der 401 Lichtzeichnungen bleibt nur die Lichtlinie (Hochpass); die Linien werden addiert und mit 1 − e−x verdichtet. Invertiert liest sich der Zeitraum wie eine Kohlezeichnung.

Alle vier Verfahren zum Selbermachen: Labor →

N060

Ton

G06 · KLANGSPUR · 7 × 20 S

Alles Klingende stammt aus dem Originalton von 2011 – gedehnt, gekörnt, gefiltert, verzögert. Sieben Ausschnitte aus der Langfassung, je zwanzig Sekunden.

AAC 128 kbit/s · Ausschnitte aus dem Master (−16 LUFS). Wiedergabe startet erst nach Klick.

N070

Original 2011

INNER SPACE 1–4 · 9:54
▶ Inner Space 1–4 · 2011Video laden · YouTube
Inner Space 1–4. Aus der Serie „Licht Zeichnungen“ · Variable Videoprojektion 2011 · HD 16:9 · 9:54 · YouTube ↗
Die vier Sequenzen nebeneinander (Ausschnitt, 40 s, ohne Ton) – die Projektionsfenster aus dem Video von 2011, auf gleiche Größe gebracht.

Konzept, Produktion, Video und Audio: Markus Wintersberger
Choreografisches Konzept, Tanz: Andrea Nagl

Bisherige Seiten: Lichtzeichnungen 1–100 (2011) · Inner Space 1–4 · Video (2011) · Kohlezeichnungen (2011)

Die Bilder reagieren auf die Bewegungen der Tänzerin, machen gleichsam das unsichtbare Zeitgeflecht ihrer Choreographie sichtbar und überführen das Spiel der Kräfte in den Raum. Der Raum selbst wird zum interagierenden Partner, in dessen Zentren sich die Tänzerin erfindet.Markus Wintersberger 2011
N090

Mitwirkende · Chronik

NAGL ~ WINTERSBERGER
Konzept, Produktion, Video und AudioMarkus Wintersberger
Choreografisches Konzept, TanzAndrea Nagl
Neufassung 2026Markus Wintersberger · medienwerkstatt006
MaterialVideo „Inner Space 1–4“ (2011), 401 Lichtzeichnungen, 10 Kohlezeichnungen A2, Originalton
LizenzCC BY-NC 3.0 AT · © Markus Wintersberger 2011 / 2026
  1. 2011Inner Space – Licht Zeichnungen, Variation 1–100 · Kohlezeichnungen, Variation 1–10 (A2) · Koop. Andrea Nagl
    Lichtzeichnungen 1–100 · Kohlezeichnungen
  2. 2011Inner Space 1–4. Aus der Serie „Licht Zeichnungen“ · Variable Videoprojektion, HD 16:9, 9:54
    Video-Seiten
  3. ArchivBildarchiv „Inner Space. 2011“ auf Flickr: 411 Bilder
    Flickr ↗
  4. 2026INNER SPACE · ZEITGEFLECHT – Neufassung und experimentelle AV-Übersetzung in 4K: Langfassung 5:22, Trailer 2:38, 3D-Bühnenraum (glTF, Sketchfab), 3D-Animation 1:30, Projektseiten mit Labor und Archiv
N100

Technik

M30
WerkFormatDauerFramesTonLink
Langfassung3840 × 2160 · 25 fps · H.264 High 5.15:228 050AAC 256 kbit/s · 48 kHz · −15,9 LUFS · −1,5 dBTPYouTube ↗
Trailer3840 × 2160 · 25 fps · H.264 High 5.12:383 950AAC 256 kbit/s · −16,2 LUFS · −1,0 dBTPYouTube ↗
3D-Animation3840 × 2160 · 25 fps · H.264 High 5.11:302 250AAC 256 kbit/s · −16,0 LUFS · −2,5 dBTPYouTube ↗
3D-BühnenraumglTF 2.0 (GLB) · Animation „Raum als Partner“ 40 s———Sketchfab ↗

Verfahren: eigene Render-Pipeline in Python/NumPy mit OpenCV (optischer Fluss nach Farnebäck, Skelettierung), Hershey-Einstrichschrift, Weberei-Bindungen als Masken, eigener Linien-Renderer für die 3D-Animation, ffmpeg/x264. Ton: eigene Paulstretch-Dehnung, Granulation, Filterbänke, loudnorm. Keine generative KI. Diese Seiten: statisches HTML, Schriften und 3D-Viewer (model-viewer) lokal ausgeliefert, YouTube und Sketchfab nur nach Einwilligung.

N110

Referenzen

M02
  • Étienne-Jules MareyChronophotographie, geometrische Chronophotographie (ab 1882) – Vorbild der Knochenlinien-Figuren im 3D-Bühnenraum
  • Frank B. & Lillian M. GilbrethChronozyklograph – Bewegung als Lichtspur (ab 1913)
  • Oskar SchlemmerFigur und Raumlineatur (1924)
  • Rudolf von LabanKinesphäre, Choreutics – Ikosaeder um jede Tänzerin
  • Gjon Mili & Pablo PicassoLight Drawings (1949)
  • Paul Kaiser, Shelley Eshkar, Merce CunninghamHand-drawn Spaces (1998)
  • William ForsytheImprovisation Technologies (1999)
  • Gunnar FarnebäckTwo-Frame Motion Estimation Based on Polynomial Expansion (2003)
  • T. Y. Zhang, C. Y. SuenA Fast Parallel Algorithm for Thinning Digital Patterns (1984)
  • Allen V. HersheyCalligraphy for Computers (1967) – Einstrich-Vektorschriften
  • WebereiGrundbindungen Leinwand, Köper, Atlas; Panama; Ikat
  • medienwerkstatt006Inner Space – Lichtzeichnungen 1–100 · Kohlezeichnungen · Inner Space 1–4 (2011)

Weitere Neufassungen 2026: INSIDE AN OBJECT — INNERSPACE 2026 · A MOMENT SNAKE AND CHESS — HÄUTUNG DES AUGENBLICKS · UNSTERN 2026 · DIE ANDERE SEITE — GLASWAND · SPURENKÖRPER · EUTOPIA — NEUE FASSUNG

„Raum und Figur sind essentielle Partner, verwoben in einer Symbiose aus nicht manipulierenden Energien, eingefräst in diesen bestimmten Zeitraum aus Licht, Zeit und Bewegung.“
Markus Wintersberger 2011 · nagl ~ wintersberger · medienwerkstatt006 · 2011 / 2026
◆ Masterklasse Digital
Design
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