GÖTTWAIG – WUNDERKAMMER(21) · BAROCK DIGITAL · ART & SCIENCE · 2026

IMAGO PROXIMA

Die Welt ist alles, was das nächste Bild ist.

GöttwAIg – Wunderkammer(21) ist ein Art-&-Science-Projekt, das die Verbindung von Barock – anhand der Wunderkammer des Stiftes Göttweig – und digitaler AI-Ästhetik erforscht und präsentiert. Keine Restaurierung – ein Experiment: Die fragmentarische Wunderkammer Göttweig wird mittels AI zur Wunderkammer der Wunderkammer, zeitgenössische Kunst zum Testlabor für Übersetzungen und AI-Plausibilitäten.

IMAGO PROXIMA – „das nächste Bild“ – ist die neue, eigenständige Fassung im Zyklus: Sie liest die Wunderkammer als Weltmodell. Wie die Weltmodelle von Odyssey (experience.odyssey.systems), die jedes Bild aus dem vorigen und einer Handlung vorhersagen, rechnet die Arbeit aus 40 AI-Collagen, 26 Dornauszieher-Transformationen und 20 GLB-Modellen begehbare Räume, Punktwolken, Drahtgitter und neue Re-Collagen – und lässt sie im Grundriss von Vorraum und Turmzimmer im Kaisertrakt ankommen.

„Die Welt ist alles, was der Fall ist.“ – Ludwig Wittgenstein, 1921 · Das Weltmodell: alles, was das nächste Bild ist.

IMAGO PROXIMA · IV BOÎTE · Standbild aus der Langfassung, 4K
Neufassung 2026AV 4K 3840 × 2160 · 25 fpsLangfassung 5:51Trailer 3:333D GLB · Film 2:25Ort Turmzimmer KS.SF 1.07 · Vorraum KS.SF 1.06Weltmodell Odyssey-3 · 2026
AV 2026

IMAGO PROXIMA · Langfassung und Trailer

▶ Langfassung 5:51Video laden · YouTube
IMAGO PROXIMA (2026) · AV 4K Langfassung 5:51 · 3840 × 2160 · 25 fps · Stereo · 8 775 Frames · H.264 · Datei: GOETTWAIG_IMAGO_PROXIMA_Langfassung_5-51_4K.mp4
▶ Trailer 3:33Video laden · YouTube
Trailer 3:33 · 3840 × 2160 · 5 325 Frames · eigenständige Fassung: andere Welten, andere Operationen, eigene LOCUS-Sequenz · GOETTWAIG_IMAGO_PROXIMA_Trailer_3-33_4K.mp4
KEINE RESTAURIERUNG

Die Wunderkammer als Weltmodell

Die Göttweiger Kunst- und Naturalienkammer, eingerichtet unter Abt Gottfried Bessel (1714–1749), ist nur in Fragmenten erhalten. Der Großbrand vom 17. Juni 1718 hat den Bestand geöffnet; was bleibt, sind ein Kupferstich von Salomon Kleiner (um 1744), Inventare, ein Dornauszieher aus Buchsbaum. Das Projekt füllt diese Lücke nicht – es macht sie zum Material.

Das nächste Bild. Ein Weltmodell kennt keine Vergangenheit, nur das vorige Bild und die nächste Handlung. Odyssey beschreibt seine Modelle als kausal und autoregressiv: Jedes Bild entsteht aus den vorigen und aus der Eingabe des Moments, als „glitchy dream“, der driftet, wenn man ihn lässt. IMAGO PROXIMA überträgt dieses Prinzip auf die Wunderkammer: Die barocke Sammlung war bereits ein Modell der Welt – Mikrokosmos statt Makrokosmos, Ordnung aus Fragmenten.

Collagen als Rohstoff. Die 40 AI-Collagen des Zyklus EXHIBIT(21) werden nicht abgespielt, sondern weiterverarbeitet: Aus jedem Bild schätzt ein neuronales Netz die Tiefe; daraus entstehen begehbare Punktwolken, Drahtgitter-Körper, Relief-Skulpturen, Strata wie die Regalböden des Kleiner-Stichs. Bis zu drei Collagen werden in Tiefenbändern zu neuen Räumen re-collagiert, die es in keinem Bild gab.

Drift und Beleg. Eine autoregressive Bildrückkopplung lässt jedes Bild aus dem vorigen weiterwachsen. Wo die Kamera Lücken aufreißt, träumt das System das Fehlende aus dem letzten Bild. Die Kennzahl DRIFT am Bildrand zeigt, wie weit die Welt gerade vom Beleg abweicht. Prompts – „öffne die Decke“, „17. Juni 1718“, „zeige den Beleg“ – steuern den Strom wie im Weltmodell.

Boîte-en-valise. Wie bei Duchamps „La Boîte-en-valise“ wird die Sammlung zur tragbaren Neukonstellation: Ding und Unding im selben Zugriff. In Kapitel IV fliegen die 40 Blätter erst in einen Koffer und dann in den Grundriss des Ausstellungsraums – Vorraum KS.SF 1.06 und das achteckige Turmzimmer KS.SF 1.07 im Museum im Kaisertrakt.

Kunst, Forschung, Innovation. Initiiert von Markus Wintersberger (USTP St. Pölten) und Viola Rühse (Universität für Weiterbildung Krems), begleitet von transdisziplinärer Forschung und Nachhaltigkeitsfragen, in Partnerschaft mit Stift Göttweig und dem Verein DruckKunst / Neuhauser Kunstmühle. IMAGO PROXIMA baut auf dem Zyklus auf – von ARCHIV · ALTAR · ALGORITHMUS bis CORPUS · DATUM · DISSOLUTIO – und erweitert ihn eigenständig um das Weltmodell.

Keine Restaurierung. Kein Bild behauptet: So war es. Jedes fragt: Was beginnt zu erscheinen, wenn Geschichte träumt? Die Arbeit legt ihre Verfahren offen – Tiefenschätzung, Punktwolke, Rückkopplung – und kennzeichnet KI-Anteile im Sinne der AI Art Transparency.

0–V

Kapitel · Dramaturgie

KAPITELLANGTRAILERVERFAHREN
0Vorspann0:000:00Der goldene Dornauszieher setzt sich aus Punkten zusammen. Titel, Projekt, Credits, Odyssey-Bezug.
IMEMORIA0:24—Drei Dornauszieher als Punktkörper im Dunkel: Gold, Kristall, Silberblock. Brand 1718, Kupferstich, Inventar. „Ein Weltmodell kennt keine Vergangenheit – nur das vorige Bild.“
IITRANSLATIO1:060:18Das Bild wird Raum: Kaiserstiege als Punktwolke, Aufgang als Drahtgitter, Re-Collage Gewölbe-Kabinett (c19 + c02 + c24), Schaukasten als Relief-Orbit, Fenster nach Krems (c37 + c20 + c15), Selbstbildnis mit Apparat, Panorama als Terrain.
IIIHALLUCINATIO2:481:35Drift steigt: Schwebende Stadt (c28 + c23 + c04), Explosionszeichnung, Fehlstellenkabinett mit Glut, Goldene Explosion, Archiv-Strudel (c10 + c22 + c06), Plan und Modell in Strata. GLB-Objekte (Sky Citadel, Molten Tower, Heiliges Gitter) treiben durch die Räume.
IVBOÎTE · LOCUS4:072:27Die 40 Blätter als Wand hinter dem Dornauszieher, dann im Koffer, dann im Grundriss: Vorraum KS.SF 1.06 und Turmzimmer KS.SF 1.07 als Punkt-Drahtmodell, Fenster in Cyan, Boden in Magenta. Wittgenstein, Tractatus 1.
VFUTURUM4:572:56Wolkensammlung als Punktwolke, Höhle mit Meer, FRAME ∞.
NNachspann5:253:21Credits, Material, Verfahren, Referenzen, Partner, www.gottwaigwunderkammer21.com.

Der Trailer ist eine eigenständige Fassung mit anderen Collagen (Dunkler Aufgang, Turm im Saal, Kruzifix und Treppe, Goldaltar, Bildersaal, Bibliothek, Nebelkammer, Graue Blätter, Schwarze Scherbe, Landnahme, Treppen ohne Haus, Weiße Stiege, Innen und Außen vertauscht) und eigener LOCUS-Sequenz.

Trailer

PROMPT

Prompt-Maschine · das nächste Bild

Ein Weltmodell im Kleinen: Jedes neue Bild ist das gezoomte, leicht verdrehte vorige Bild, in das Streifen der Vorhersage einsickern. Der Prompt wählt aus den 40 Collagen das nächste Bild – belegt durch Stichworte wie Stiege, Decke, Kabinett, Brand, Gold, Wachau, Stadt, Meer, Plan.

Was nicht belegt ist, wird halluziniert: Das System wählt trotzdem ein Bild, die Drift steigt, die Kohärenz fällt. Der Knopf Beleg holt die Rückkopplung zur Quelle zurück. So lässt sich im Browser nachvollziehen, was in den Filmen mit Punktwolken in 4K geschieht.

→ Im Spielmodell: dieselben Prompts im 3D-Turmzimmer

KS.SF 1.06 · 1.07

Vorraum und Turmzimmer · Grundriss

Museum im Kaisertrakt, Stift Göttweig, 1. Obergeschoß. Von der Kaiserstiege (KS.SF 1.05) führt ein gangartiger Vorraum (KS.SF 1.06) in das achteckige Turmzimmer (KS.SF 1.07). Im Plan ist der Ausstellungsraum rot markiert. Die Neufassung baut ihn als 3D-Szene nach und bespielt ihn mit den künstlerischen Ergebnissen von GöttwAIg – Wunderkammer(21).

Die geteilte Wunderkammer. Der Vorraum ist Archiv, Orientierung und historische Lücke; das Turmzimmer zeigt Objekte, KI, 3D und Glas. Das Fenster wird zum Exponat – ein Gegenfenster nach Krems und in die Wachau. Kein dominanter Bildschirm: Die Bilder hängen als Blätter, kreisen als Ring, liegen als Punktwolken in Glaswürfeln.

→ 3D-Rekonstruktion LOCUS: Drohnenflug, Schnitt-Isometrie, GLB

VERFAHREN

Collage → Raum → Weltmodell

Tiefe aus einem Bild. Für jede der 40 Collagen, 26 Dornauszieher-Ansichten und sechs Quellcollagen schätzt das Netz MiDaS DPT-Hybrid (Intel ISL) eine Tiefenkarte. Jedes Pixel wird zu einem Punkt im Raum; hinter Tiefenkanten liegt eine zweite Schicht, die verdeckte Ränder füllt.

Operationen. Punktwolke (ausgedünnt, schwarzer Raum dazwischen), Drahtgitter (jede 21. Zeile und Spalte, eingefärbt in Cyan, Gold, Magenta), Strata (Tiefe in Ebenen wie Regalböden), Relief-Orbit (die Kamera umkreist das Bild als Skulptur), Strudel, Explosion, Glut, Atmen, Re-Collage (Tiefenbänder mehrerer Collagen in einem Raum).

Rendering. Eigens geschriebener Punktsplat-Renderer in Python, NumPy und Numba mit Z-Buffer in 3840 × 2160, Schärfentiefe aus der Tiefe, Bloom, Vignette, Korn. Die autoregressive Rückkopplung verzerrt das vorige Bild (Zoom, Drehung, Strömungsfeld) und füllt damit Lücken – DRIFT steuert ihren Anteil.

Körper und Objekte. Die Dornauszieher-Körper werden über Tiefe und Sättigung freigestellt. Als Traumobjekte ziehen Punktwolken der GLB-Modelle der Sketchfab Collection durch die Räume: Baroque Sky Citadel, Floating Citadel, Molten Tower, Heiliges Gitter, Ensemble V.

LOCUS. Der Grundriss von Vorraum und Turmzimmer ist als Geometrie hinterlegt (Achteck, Fenster, Tür, Trapez). Er dient zugleich dem Film (Kapitel IV), der GLB-Szene, dem 3D-Film und dem Spielmodell.

Material und Rechte. AI-Collagen: Ko-Kreation mit ChatGPT, 07/2026, auf Grundlage eigener Aufnahmen, Archivmaterial der Graphischen Sammlung Stift Göttweig und Modellen des Projektes. Keine Fremdbilder. Alle Verfahren laufen lokal; kennzeichnet nach AI Art Transparency.

TON

Remix · Sonifikation · Raum

Die Tonspur ist ein eigenständiger Remix der Kompositionen des Projekts – aus der YouTube-Playlist GöttwAIg – Wunderkammer(21): ARCHIV · ALTAR · ALGORITHMUS, LUMEN IN CAMERA, MUSEUM SINE FINE, RESONANZEN EINER VERLORENEN KAMMER, Baroque Digital, SKYBORNE III, CORPUS · DATUM · DISSOLUTIO, THE ARCHIVE DREAMS FORWARD. Granular gedehnt, transponiert und in einen gemeinsamen Raum gefaltet.

Darüber liegt die Sonifikation der Partitur: Jede Welt erklingt als Akkord aus ihren Farben (Farbtöne → Stufen in D-dorisch), Übergänge als Rauschbögen, die Drift als Klicks im Takt der 25 Bilder pro Sekunde, Prompts als Tastenanschläge, Kapitel als Glocke und Subbass. Wenn die 40 Blätter im Grundriss landen, zupft jede ein Cembalo-artiger Ton. Lautheit −16 LUFS, True Peak −1,5 dBFS.

40

AI-Collagen EXHIBIT(21) · Rohstoff

Die 40 Blätter von EXHIBIT(21) in sechs Motivgruppen – Ausgangsmaterial, nicht Inhalt der Filme. → Collagen-Galerie und Mirabilia Machina auf [XR] GöttwAIg [AR]

3D · SPIEL · LABOR

Weiterspielen

Grundriss als Drahtmodell
3D-Rekonstruktion · LOCUS — Kaiserstiege, Vorraum, Turmzimmer als animierte GLB-Szene, Drohnenflug 2:25, Schnitt-Isometrie.
Spielmodell
Spielmodell · Weltmodell — gehen, prompten, driften: 21 Mirabilia als Belege finden, bevor das Weltmodell die Sammlung vergisst.
Labor
Labor · Collage → Raum — jede der 40 Collagen als Punktwolke, Drahtgitter, Strata oder Re-Collage im Browser.
REFERENZEN

Projekt · Quellen · Partner

Projektleitung Markus Wintersberger (USTP St. Pölten, Masterklasse Experimentelle Medien) · Dr. Viola Rühse (Universität für Weiterbildung Krems)Partner Stift Göttweig · USTP · UWK · Verein DruckKunst / Neuhauser KunstmühleGefördert vom Land Niederösterreich

IMAGO PROXIMA · Konzept, Regie, Programmierung, 3D, Ton: Markus Wintersberger / medienwerkstatt006 · 2026. Dateien: GOETTWAIG_IMAGO_PROXIMA_Langfassung_5-51_4K.mp4 · GOETTWAIG_IMAGO_PROXIMA_Trailer_3-33_4K.mp4 · GOETTWAIG_IMAGO_PROXIMA_LOCUS_3D_2-25_4K.mp4 · GOETTWAIG_IMAGO_PROXIMA_LOCUS_Turmzimmer.glb

Die Welt ist alles, was das nächste Bild ist.
IMAGO PROXIMA · GöttwAIg – Wunderkammer(21) · medienwerkstatt006 · 2026
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