PARSIFAL ENTFERNUNG. Sakrileg KundryBerlin © 2005

Internet-Oper von Eberhard Kloke und Markus Wintersberger · Berlin © 2005

PARSIFAL ENTFERNUNG.
Sakrileg Kundry

nach Richard Wagners Parsifal von Eduard Clark (1882/2005©). Montage aus Wagners PARSIFAL (Kundry-Passagen Akt I, II und III) und Musik-, Sprach- und Bild-Répliques für 1 Sopran, Schauspieler, Streichquartett, Klavier, Video und Tonband.

Die Oper in zehn Clips

Clips 1–10 in der Folge der Partitur · 10 Clips

Schauplätze

Olympia-Ruinen 1936Kirche St. Elisabeth 1835Garage Festspielhaus 1965Max-Taut-Aula 1932Stadtbad Steglitz 1908TeufelsbergStudio Musikakzente21Dorfkirche StralauTransakustik – KlangwerkKontrollpunkt Dreilindenmedienwerkstatt006

Besetzung

Annette Robbert, Stimme (Sopran und Sprache) · Oliver Urbanski, Schauspieler · Athena-Quartett mit Sashia Viersen, Margherita Biederbick, Hannah Klein und Kathrin Bogensberger · Audio: Daniel Weingarten · Video / Foto / Bild: Markus Wintersberger · Konzeption / Leitung: Eberhard Kloke

Empfehlung: Externe Lautsprecher oder Headphones.

Opern-Szene · Akt-Darstellung

1. Akt

Kundry + Parsifal I (= Gurnemanz, Knappe)

Garage Festspielhaus 1965Stadtbad Steglitz 1908

1. Akt · 2 Clips

Szenario · Sequenzen und Risse

Kundry + Parsifal I · Kundry: Kleidung „heutig“-zeitlos, Modell 1 · Gurnemanz, Parsifal: „heute“-zeitlos, unterschiedliche Konfektion · Streichquartett: uni-schwarz, keine Konfektion – gestylte-gegelte Frisuren

I, 1Kl.A. S. 16–17 · Part. S. 24–25Riss 1

Fragt nicht weiter! Ich bin müde. — Die wilde Reiterin (Kundry) zwischen den Welten und Zeiten.

Garage-FestspielhausKundry: schnelle Bewegung, dann Stillstand, Gurnemanz ist schon „vor Ort“
I, 2S. 23–25 · S. 32–34Riss 2

Nicht Dank! Fort, fort – ins Bad! — Balsam aus Arabia, taugt nichts zu seinem (Amfortas) Heil (Genesung).

Garage-FestspielhausKundry: Bewegung, Stillstand, Kamera sucht RAUM, Knappe kommentiert als Beobachter
I, 3S. 31 · S. 41–42Riss 3

Ich helfe nie! — Damals, als der Herr (Amfortas) den Speer verlor.

Garage-Festspielhaus + ElisabethenkircheKamera nagelt Kundry an einem Ort fest, Gurnemanz von „außen“
I, 4S. 57–58 · S. 74–75Riss 4

Frage Gurnemanz: Doch adelig … warum liess deine Mutter …? — Den Vaterlosen gebar die Mutter … waffenfremd in Öden erzog sie ihn (Parsifal) zum Toren: die Törin (Mutter). Die Bösen fürchten Parsifal, meint Kundry.

Garage-Festspielhaus + ElisabethenkircheKundry: schnelle Bewegung, springt auf, dann Stillstand, Gurnemanz als Interviewer
I, 5S. 60–61 · S. 77–78Riss 5

Zu End ihr Gram: seine Mutter ist tot. Ich sah sie sterben, da ich vorbei ihr ritt.

Garage-Festspielhaus + ElisabethenkircheKundry–Parsifal: long distance
I, 6S. 62–64 · S. 80–82Riss 6

Machtlose Wehr! Die Zeit ist da. _ Schlafen _ schlafen _ ich muß! _ — Sie versinkt in Bewusstlosigkeit und taucht in eine andere Welt. Übergang von der Gralswelt in Klingsors Zauberburg.

Garage-Festspielhaus und OlympiaKundry isoliert, auch Gurnemanz kommunikativ-verloren! Bewusstseins-Verwandlung: ORTSWECHSEL: Pattern-Verwandlungsmusik

Opern-Szene · Akt-Darstellung

2. Akt

Kundry + Parsifal II (= Klingsor, Parsifal)

Olympia-Ruinen 1936Kirche St. Elisabeth 1835Stadtbad Steglitz 1908

2. Akt · 4 Clips

Szenario · Sequenzen und Risse

Kundry + Parsifal II · Kundry: Kleidung „heutig“-zeitlos, Modell 2 · Streichquartett: uni-schwarz, „normale“ Frisuren

II, 1S. 108–110 · S. 152–154Riss 7

Ach! Ach! Tiefe Nacht. Wahnsinn … O! – Wut … Ach! Jammer! Schlaf .. Schlaf .. tiefer Schlaf .. Tod! .. — „Die Zeit ist da“ … Herauf! Zu mir! Dein Meister ruft! dich Namenlose, Urteuflin! Herodias warst du und was noch? … der Fluch!

Olympia + Elisabethenkirche„Aufwachen“ an anderem Ort … Bewegung von I-6 quasi im Krebsgang (ev. auch per Schnitt) · „Cross-Mapping“ · Klingsor erwartet K.
II, 2S. 110–112 · S. 154–156Riss 8

Ich will nicht. Du .. kannst mich .. nicht .. halten. Du? Aus welcher Macht? — Klingsor: „Weil einzig an mir deine Macht nichts vermag.“

OlympiaDialog Kundry–Klingsor: Nahaufnahme
II, 3S. 167 · S. 209Riss 9

Parsifal! Weile! — Der Ruf Kundrys erinnert Parsifal an den Ruf der Mutter. Parsifal: „Parsifal? So nannte träumend mich einst die Mutter.“

OlympiaKundry von fern, Kamera auf Parsifal, der (noch) schweigt
II, 4aS. 172–175 · S. 213–215Riss 10

Dich nannt ich, tör’ger Reiner, „Falparsi“, dich reinen Toren „Parsifal“. Fern, fern ist meine Heimat. Dass du mich fändest, verweilte ich nur hier; von weit her kam ich, wo ich viel ersah.

OlympiaKundry und Parsifal: ruhige, kreisende Bewegung, man klärt die Bezüge und die Vergangenheit
II, 4b (5)S. 181–183 · S. 224–226Riss 11

Die Leib und Leben einst dir gegeben, der Tod und Torheit weichen muss, sie beut dir heut als Muttersegen’s letzten Gruß, der Liebe ersten Kuss. — Der Kuss der Mutter, „das Erwachen heiterer Gefühle auf dem Lande“!: „Die Liebe lerne kennen –“

Olympia + Elisabethenkirche1.: K.+P. sehr nah · 2.: K.+P. im Kirchenraum: P. quasi auf dem Altar
II, 5 (6)S. 191–194 · S. 245–249Riss 12

Seit Ewigkeiten harre ich deiner. O! Kenntest du den Fluch, der mich durch Schlaf und Wachen, durch Tod und Leben, Pein und Lachen, zu neuem Leiden neu gestählt, endlos durch das Dasein quält! Ich sah Ihn und lach-te, da traf mich sein Blick!

Olympia + ElisabethenkircheParsifal starrt auf die ausrastende Kundry
II, 6 (7)S. 203–209 · S. 263–272Riss 13

Nie sollst du ihn finden! Ha, Wahnsinn! Mitleid mit mir! Nur eine Stunde mein! Nur eine Stunde dein … und des Weges sollst du geleitet sein. — Der Fluch, der auf Kundry lastet, macht sie zur rastlosen Wanderin zwischen den Welten …

Olympia + Taut-AulaKundry rast · Parsifal „cool“

Opern-Szene · Akt-Darstellung

3. Akt · Epilog

Kundry + Parsifal III

Kirche St. Elisabeth 1835Max-Taut-Aula 1932Garage Festspielhaus 1965Stadtbad Steglitz 1908Olympia-Ruinen 1936

3. Akt · Epilog · 4 Clips

Szenario · Sequenzen und Risse

Kundry + Parsifal III · Kundry: Kleidung „heutig“-zeitlos, Modell 2 · Streichquartett: uni-schwarz, mit zerzaustem Haar, Kleidung verstaubt-abgewetzt

III, 1S. 212–214 · S. 277, 280–282 (Sprung!)Riss 14 · attacca

nur Musik — Dumpfes Stöhnen von Kundrys Stimme. Kundry erwacht in einer verkommenen Gralswelt.

Taut-AulaKundry wie unter „Verwandlungsdrogen“, Gurnemanz-Parsifal-Klingsor schaut unbeteiligt zu
III, 2S. 215–217 · S. 284–287 (Sprung)Riss 15

Dienen, – dienen. — Wandlung zur Madonna, christlichen Dienerin (Maria Magdalena), Lichtgestalt ..

Taut-AulaKundry: steigert sich vom Sprechgesang ins Schreien: „dienen, dienen“ · Gurnemanz-Parsifal-Klingsor abgewandt

Location

Olympia-Ruinen 1936

Charlottenburg

Clips an diesem Ort

Olympia-Ruinen 1936 · 3 Clips

Querverweise der Website 2005 – von diesem Ort aus ebenfalls erreichbar

Bilder 2005

Olympia-RuinenOlympia-RuinenOlympia-RuinenOlympia-RuinenOlympia-RuinenOlympia-RuinenOlympia-RuinenOlympia-Ruinen

Foto-Archiv · hochauflösend

Olympia-RuinenOlympia-RuinenOlympia-RuinenOlympia-RuinenOlympia-RuinenOlympia-RuinenOlympia-RuinenOlympia-Ruinen

Location

Kirche St. Elisabeth 1835

Mitte · Invalidenstraße

Clips an diesem Ort

Kirche St. Elisabeth 1835 · 6 Clips

Querverweise der Website 2005 – von diesem Ort aus ebenfalls erreichbar

Bilder 2005

Kirche St. ElisabethKirche St. ElisabethKirche St. ElisabethKirche St. ElisabethKirche St. ElisabethKirche St. ElisabethKirche St. ElisabethKirche St. Elisabeth

Foto-Archiv · hochauflösend

Kirche St. ElisabethKirche St. ElisabethKirche St. ElisabethKirche St. Elisabeth

mit freundlicher Unterstützung der Ev. Kirchengemeinde Sophien

Location

Garage Festspielhaus 1965

Wilmersdorf · Schaperstraße

Clips an diesem Ort

Garage Festspielhaus 1965 · 1 Clip

Querverweise der Website 2005 – von diesem Ort aus ebenfalls erreichbar

Bilder 2005

Garage FestspielhausGarage FestspielhausGarage FestspielhausGarage FestspielhausGarage FestspielhausGarage FestspielhausGarage FestspielhausGarage Festspielhaus

Foto-Archiv · hochauflösend

Garage FestspielhausGarage FestspielhausGarage FestspielhausGarage FestspielhausGarage FestspielhausGarage FestspielhausGarage FestspielhausGarage Festspielhaus

mit freundlicher Unterstützung durch „Bar jeder Vernunft“

Location

Max-Taut-Aula 1932

Lichtenberg · Nöldnerplatz · Ruine

Clips an diesem Ort

Max-Taut-Aula 1932 · 2 Clips

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Bilder 2005

Max-Taut-AulaMax-Taut-AulaMax-Taut-AulaMax-Taut-AulaMax-Taut-AulaMax-Taut-AulaMax-Taut-AulaMax-Taut-Aula

Foto-Archiv · hochauflösend

Max-Taut-AulaMax-Taut-AulaMax-Taut-AulaMax-Taut-AulaMax-Taut-AulaMax-Taut-AulaMax-Taut-AulaMax-Taut-Aula

mit freundlicher Unterstützung durch das Architekturbüro Max Dudler und das Schulzentrum

Location

Stadtbad Steglitz 1908

Steglitz

Clips an diesem Ort

Stadtbad Steglitz 1908 · 2 Clips

Querverweise der Website 2005 – von diesem Ort aus ebenfalls erreichbar

Bilder 2005

Stadtbad SteglitzStadtbad SteglitzStadtbad SteglitzStadtbad SteglitzStadtbad SteglitzStadtbad SteglitzStadtbad SteglitzStadtbad Steglitz

Foto-Archiv · hochauflösend

Stadtbad SteglitzStadtbad SteglitzStadtbad Steglitz

mit freundlicher Genehmigung durch Gabriele Berger

Location

Teufelsberg

Text · English

Internet-Opera by Eberhard Kloke and Markus Wintersberger · based on Richard Wagner's Parsifal by Eduard Clark ©2005

Description of the project

Wagner created his own musical drama to rescue music theatre from the conventions of traditional „OPERA“. Forcing Richard Wagners` music drama into institutional conditions of performance-practice, into theatrical architecture and common rites of interpretation, would mean to renounce Wagners vision of forwarding innovative music-conceptional levels.

Installation and live-project

The special challenge of the project is to create a span from a music-theatre-live-project to video-installation. Reference and interlacing among the two form a kind of net which puts focus on “performing arts as installation”. Starting point: Wagners` Parsifal and analogue cross-mappingBeginning with reception and classification of the musical material in Richard Wagners` Parsifal, substantial segments and analogies with text and visuables are developed, and thus an analogue cross-mapping among those elements is realized.

CONCEPTION:

MUSIC

The score is concentrated on the basic shape of a string quartet. Melodic, harmonic and rhythmic details are conserved. The individual sequences are made chronologically traceable to guarantee the unity of musical elements and to counteract a primary impression of patchwork, - in addition , to assert a direction of the musical and visual interpretation within the répliques.

ACOUSTIC MATERIAL

The acoustic substance, the new version for voice and string-quartet, is the protoplasm of the media experiment. The music does not function as commentator, the consciously chosen priorities of the individual circulate around the centre of statement.

IMAGERY-LANGUAGES

The imagery-language approaches - via different levels of time and significance – the unspoken and indeterminate moments of words and music. The visual elements are either retrospective or anticipative optic apertures which accompany the individual scenes (resp. the intended basic situation) temporarily, psychologically or metaphorically.

RÉPLIQUES

The individual répliques develop the musical material and focus on the motifs , the thematic, harmonic and rhythmic centres of the individual scenes in repetitive patterns.These create the basic material to form the “cracks” (Risse) which follow Kundrys` musical passages, - in combination with further visionables (structural video – elements).In drawing up the “set” for the individual locations, similar as well as differing sequences are developed for both single or several arenas, and are put into a “magnetic field” together with the video-installation.

locations:

1 Stadtbad Steglitz, 1908 2 Olympia-Ruinen, 1936 3 St. Elisabethkirche, 1835 4 Tiefgarage Festspielhaus Schaperstraße 5 Max-Taut-Aula, Ruine - Berufsschulzentrum Berlin-Lichtenberg

Bilder

TeufelsbergTeufelsbergTeufelsbergTeufelsbergTeufelsbergTeufelsbergTeufelsbergTeufelsberg

Location

Studio Musikakzente21

Schöneberg · Text · Libretto

Kundry: Sopran/Stimme · Parsifal I, II, III: Schauspieler · von Eduard Clark 2005©

Erster Aufzug

I, 1

Kundry

Hier! Nimm du! _ Balsam...

Parsifal 1 (= Gurnemanz)

Woher brachtest du dies?

Kundry

Von weiter her als du denken kannst:

Hilft der Balsam nicht,

Arabia birgt dann nichts mehr zu seinem Heil.

Fragt nicht weiter!

Ich bin müde.

I, 2

Kundry

Nicht Dank! Ha ha! Was wird es helfen! _

Nicht Dank! _ Fort, fort _ in’s Bad!

Parsifal 1 (= Dritter Knappe)

He! Du da! Was liegst du dort wie ein wildes Thier?

Kundry

Sind die Thiere hier nicht heilig?

I, 3

Parsifal 1 (= Gurnemanz)

He! Du! Hör' mich, und sag’:

wo schweiftest damals du umher, als unser Herr den Speer verlor?

Warum halfst du uns damals nicht?

Kundry

Ich helfe nie.

I, 4

Parsifal 1 (= Gurnemanz)

Doch adelig scheinst du selbst und hochgeboren,

warum nicht liess deine Mutter bess're Waffen dich lehren?

Kundry

Den Vaterlosen gebar die Mutter, als im Kampf erschlagen Gamuret;

Vor gleichem frühen Heldentod den Sohn zu wahren,

waffenfremd in Oeden er zog sie ihn zum Thoren, _ die Thörin!

I, 5

Parsifal 1

Wer fürchtet mich? Sag’!

Kundry

Die Bösen!

Parsifal 1

Die mich bedrohten, waren sie bös’?

Wer ist gut?

Meine Mutter, _ der ich entlaufen, und die um mich sich nun

härmt und grämt.

Kundry

Zu End’ ihr Gram: deine Mutter ist tot!

I, 6

Parsifal 1 (= Gurnemanz)

So recht! So nach des Grales Gnade: das Böse bannt,

wer’s mit Gutem vergilt.

Kundry

Nie _ thu ich Gutes: _ nur Ruhe will ich,

nur Ruhe, ach! der Müden.

Schlafen! _Oh, dass mich keiner wecke!

_ Nein! Nicht schlafen! _ Grausen fasst mich!

Machtlose Wehr! Die Zeit ist da. _

Schlafen _

schlafen _

ich muss! _

Verwandlung

Zweiter Aufzug

II, 1

Kundry

Ach _ ! Ach _ ! Tiefe Nacht. .

Wahnsinn. . Oh! _ Wuth . .

Ach! Jammer!Schlaf. . Schlaf. . tiefer Schlaf. . . Tod. . !

Parsifal 2 (= Klingsor)

Da weckte dich ein And’rer? He?

Kundry

Ja . . Mein Fluch.

Oh. . ! Sehnen. . Sehnen! _

Parsifal 2 (= Klingsor)

Ha ha! _ dort nach den keuschen Rittern?

Kundry

Da. . da. . dient’ ich.

II, 2

Parsifal 2 (= Klingsor)

Den Gefährlichsten gilt’s nun heut zu besteh’n:

Ihn schirmt der Thorheit Schild.

Kundry

Ich _ will nicht. . Oh. . Oh! _

Parsifal 2 (= Klingsor)

Wohl willst du, denn du musst.

Kundry

Du kannst mich nicht halten.

Parsifal 2 (= Klingsor)

Aber dich fassen.

Kundry

Du?

Parsifal 2 (= Klingsor)

Dein Meister.

Kundry

Aus welcher Macht!

Parsifal 2 (=Klingsor)

Ha! Weil einzig an mir deine Macht nichts vermag.

Kundry

Haha! Bist du keusch?

Parsifal 2 (= Klingsor)

Was frägst du das, verfluchtes Weib?

II, 3

Kundry

Parsifal! Weile!

Parsifal 2

Parsifal? . . So nannte träumend mich einst die Mutter.

II, 4

Parsifal 2

Diess Alles hab' ich nun geträumt? _

Riefest du mich Namenlosen?

Kundry

Dich nannt’ ich, thör’ger Reiner:

„Fal – par – si,“ _ dich reinen Thoren: „Par – si – fal."

So rief, als in arab'schem Land er verschied, dein Vater Gamuret

dem Sohne zu, den er, im Mutterschoss verschlossen, mit diesem Namen sterbend grüsste;

ihn dir zu künden, harrt ich deiner hier: was zog dich her, wenn nicht der Kunde Wunsch?

Parsifal 2

Nie sah ich, nie träumte mir was jetzt ich schau, und was mit bangen mich erfüllt.

Entblüh’test du auch diesem Blumenhaine?

Kundry

Nein, Parsifal, du thör’ger Reiner!

Fern, fern _ ist meine Heimath. Dass du mich fändest, verweilte ich nur hier;

von weit her kam ich, wo ich viel ersah. _

II, 5

Kundry

Bekenntniss wird Schuld in Reue enden, _

Erkenntiss in Sinn die Thorheit wenden.

Die Liebe lerne kennen, die Gamuret umschloss,

als Herzeleid’s Entbrennen ihn sengend überfloss!

Die Leib und Leben einst dir gegeben, der Tod und Thorheit

weichen muss, _ sie beut _ dir heut’ _ als Muttersegen’s letzten Gruss,

der Liebe ersten Kuss.

II, 6

Parsifal 2

Verderberin! Weiche von mir! Ewig, ewig von mir!

Kundry

Grausamer! Fühlst du im Herzen nur And’rer Schmerzen,

so fühle jetzt auch _ die meinen!

Bist du Erlöser, was bannt dich, Böser,

nicht zu mir auch zum Heil dich zu einen? _

Seit Ewigkeiten harre ich deiner,

des Heiland’s ach! _ so spät! _ den ich einst kühn geschmäht. _

Oh! _ Kenntest du den Fluch, der mich durch Schlaf und Wachen,

durch Tod und Leben, Pein und Lachen zu neuem Leiden neu gestählt,

endlos _ durch das Dasein quält. _

Ich sah’ Ihn _ Ihn _

und _ lachte. .

da traf mich sein Blick! _

II, 7

Kundry

Nie _ soll'st du ihn finden!

Den Verfall'nen lass ihn verderben,

den Unsel’gen Schmachlüsternen,

den ich verlachte _

lachte _ lachte _ ha ha!

Ihn traf ja der eig’ne Speer!

Parsifal 2

Wer durft’ ihn verwunden mit der heil’gen Wehr?

Kundry

Er _ Er _ , der einst mein Lachen bestraft:

Sein Fluch _ ha, mir giebt er Kraft; gegen dich selbst ruf’ ich die Wehr,

giebst du dem Sünder des Mitleids Ehr’!

Ha! Wahnsinn! _ Mitleid!

Mitleid mit mir!

Nur eine Stunde mein! Nur eine Stunde dein!

und des Weges sollst du geleitet sein!

Parsifal 2

Vergeh’, unseliges Weib!

Kundry

Hilfe! Hilfe! Herbei! _

Haltet den Frechen! Herbei! _

Wehrt ihm die Wege!

Wehrt ihm die Pfade! _

Und flöhest du von hier und fändest alle Wege der Welt,

den Weg, den du suchst, dess Pfade sollst du nicht finden:

denn Pfad’ und Wege, die dich mir entführen,

so verwünsch ich sie dir:

Irre! Irre, _ mir so vertraut _Dich weih’ ich ihm zum Geleit! _

Parsifal 2 (= Klingsor)

Halt da! Dich bann’ ich mit der rechten Wehr!

Den Thoren stelle mir seines Meisters Speer!

Dritter Aufzug

III, 1

Kundry

Dienen, _ dienen.

Bilder

Studio Musikakzente21

Location

Dorfkirche Stralau

Text · Das Projekt

Das Projekt · Eberhard Kloke · Berlin / Wien, November 2005

Vorbemerkung:

Ausgehend von der Beschreibung, Sichtung und Wertung des musikalischen Materials in Richard Wagners Parsifal ("Kundry-Splitter") wurden Inhaltsbausteine und Analogien zu Sprache und Bild entwickelt. Angestrebt ist ein analogisierendes cross-mapping zwischen Musik, Wort (Sprache-Text) und Bild(ern), um die komplexe Kunstfigur Kundry durch Montage dieser Materialien ins Heute zu transfomieren. Da sich das Projekt als work in progress versteht, wurde das Material zunächst für die vorliegende internet-Version entwickelt und umgesetzt.Es besteht die Absicht, das Projekt für diverse Live-Performance-Rahmen und Installationen zu adaptieren und weiterzuentwickeln.

Ausgangspunkt

Um Musiktheater aus den Konventionen der tradierten "OPER" zu erlösen, schuf Wagner sein eigenes Musikdrama.

Das Musikdrama Richard Wagners wiederum heute in Aufführungsrahmenbedingungen von Institutionen - in Theaterräume und gängige Interpretationsriten - zu zwängen, hieße, darauf zu verzichten, Wagners Vision resp. Obsession nicht für weiterführende musik-konzeptionelle Ebenen zu öffnen.

Die einzelnen Szenen aus PARSIFAL ENTFERNUNG. Sakrileg Kundry bilden die Handlungsstränge um die Kunst-Figur "KUNDRY".

Die "Metamorphosen" der Kundry,-

das gleichzeitig Ungleichzeitige ihrer Existenz,-

ihre Funktion als Seherin, Aufklärerin, Priesterin,-

die Verbindung aus Sakralem und Sexuellem-

die Authentizität ihrer Person,-

die zeitlose Archaik ihrer Erscheinung,-

ihre Bedrohlichkeit für Christentum und Kirche-

ihre Provokation gegenüber männlichem Heldenbildhaben Konsequenzen für die Musik- und Bildsprache für eine Version als Internet-Oper.

Ansatz: Musik-Audio-Bild-Sprache- RÉPLIQUES

MUSIK

Die Musik (Partitur) ist auf die musikalische Grundgestalt eines Streichquartetts verdichtet worden. Melodische, harmonische und rhythmische Details bleiben erhalten. Die einzelnen Sequenzen werden chronologisch pass- fähig gemacht, um die Einheit der musikalischen Vorgänge zu garantieren und einem vordergründigen Eindruck von patchwork entgegenzuwirken, außerdem, um der musikalisch-bildhaften Ausdeutung in den RÉPLIQUES eine Richtung vorzugeben.

AUDIO-MATERIAL

Das Audio-Material in der Bearbeitungsfassung für Sopran und Streichquartett als Ausgangspunkt des medialen Experiments:

nicht die Musik kommentiert das Bild oder die Szene, vielmehr kreisen die jeweilig bewusst gesetzten Prioritäten (der einzelnen medialen Parameter) um den Kern der Aussage.

BILD-SPRACHE

Die Bild-Sprache nähert sich über verschiedene Zeit- und Deutungs- ebenen dem, was der Text unausgesprochen lässt und die Musik mehr-deutig ausformuliert. Die Video-Bild-Welten verstehen sich als retrospektive oder antizipierende Einblendungen/Überblendungen, die die jeweilige Szene resp. die beabsichtigte Grundsituation zeitlich, psychologisch oder metaphorisch begleiten werden.

RÉPLIQUES

Die jeweiligen Repliken entwickeln das musikalische Grundmaterial und fokussieren die motivisch-thematischen, harmonischen und rhythmischen Zentren der einzelnen Szenen in repetitive "patterns". Diese patterns bilden das Grundmaterial zur Ausformung der "Risse", die auf die Kundry- Einzelpassagen folgen und zusammen mit einer Video-Bild-Idee weiter ausformuliert werden.

Bei der Konzipierung der "Szene" für die einzelnen Räume werden gleiche und unterschiedliche Szenen/Abschnitte für einen oder mehrere Schauplätze entwickelt und in ein Spannungsfeld zur Video-Installation gesetzt (siehe Video-Audio-Clips 1-10).

RÄUME/LOCATIONS:

1 Stadtbad Steglitz, 1908 (mit freundlicher Genehmigung durch Gabriele Berger) 2 Olympia-Ruinen, 1936 3 St. Elisabethkirche, 1835 (mit freundlicher Unterstützung der Ev. Kirchengemeinde Sophien") 4 Tiefgarage Festspielhaus Schaperstr. (mit freundlicher Unterstützung durch: "Bar jeder Vernunft") 5 Max-Taut-Aula, Ruine im Berufsschulzentrum Berlin-Lichtenberg (mit freundlicher Unterstützung durch das Architekturbüreo Max Dudler und durch das Schulzentrum)

Bilder

Dorfkirche StralauDorfkirche StralauDorfkirche StralauDorfkirche StralauDorfkirche StralauDorfkirche StralauDorfkirche StralauDorfkirche Stralau

Location

Transakustik – Klangwerk

Zehlendorf · Text · Szenario

Einteilung Sequenzen, Personen, Musik (Seiten Klavierauszug, Partitur), Text-Zentren, Schauplatz-Szenario · 15 Sequenzen · 15 Risse

1. Akt

Kundry + Parsifal I · Kundry: Kleidung „heutig“-zeitlos, Modell 1 · Gurnemanz, Parsifal: „heute“-zeitlos, unterschiedliche Konfektion · Streichquartett: uni-schwarz, keine Konfektion – gestylte-gegelte Frisuren

I, 1Kl.A. S. 16–17 · Part. S. 24–25Riss 1

Fragt nicht weiter! Ich bin müde. — Die wilde Reiterin (Kundry) zwischen den Welten und Zeiten.

Garage-FestspielhausKundry: schnelle Bewegung, dann Stillstand, Gurnemanz ist schon „vor Ort“
I, 2S. 23–25 · S. 32–34Riss 2

Nicht Dank! Fort, fort – ins Bad! — Balsam aus Arabia, taugt nichts zu seinem (Amfortas) Heil (Genesung).

Garage-FestspielhausKundry: Bewegung, Stillstand, Kamera sucht RAUM, Knappe kommentiert als Beobachter
I, 3S. 31 · S. 41–42Riss 3

Ich helfe nie! — Damals, als der Herr (Amfortas) den Speer verlor.

Garage-Festspielhaus + ElisabethenkircheKamera nagelt Kundry an einem Ort fest, Gurnemanz von „außen“
I, 4S. 57–58 · S. 74–75Riss 4

Frage Gurnemanz: Doch adelig … warum liess deine Mutter …? — Den Vaterlosen gebar die Mutter … waffenfremd in Öden erzog sie ihn (Parsifal) zum Toren: die Törin (Mutter). Die Bösen fürchten Parsifal, meint Kundry.

Garage-Festspielhaus + ElisabethenkircheKundry: schnelle Bewegung, springt auf, dann Stillstand, Gurnemanz als Interviewer
I, 5S. 60–61 · S. 77–78Riss 5

Zu End ihr Gram: seine Mutter ist tot. Ich sah sie sterben, da ich vorbei ihr ritt.

Garage-Festspielhaus + ElisabethenkircheKundry–Parsifal: long distance
I, 6S. 62–64 · S. 80–82Riss 6

Machtlose Wehr! Die Zeit ist da. _ Schlafen _ schlafen _ ich muß! _ — Sie versinkt in Bewusstlosigkeit und taucht in eine andere Welt. Übergang von der Gralswelt in Klingsors Zauberburg.

Garage-Festspielhaus und OlympiaKundry isoliert, auch Gurnemanz kommunikativ-verloren! Bewusstseins-Verwandlung: ORTSWECHSEL: Pattern-Verwandlungsmusik

2. Akt

Kundry + Parsifal II · Kundry: Kleidung „heutig“-zeitlos, Modell 2 · Streichquartett: uni-schwarz, „normale“ Frisuren

II, 1S. 108–110 · S. 152–154Riss 7

Ach! Ach! Tiefe Nacht. Wahnsinn … O! – Wut … Ach! Jammer! Schlaf .. Schlaf .. tiefer Schlaf .. Tod! .. — „Die Zeit ist da“ … Herauf! Zu mir! Dein Meister ruft! dich Namenlose, Urteuflin! Herodias warst du und was noch? … der Fluch!

Olympia + Elisabethenkirche„Aufwachen“ an anderem Ort … Bewegung von I-6 quasi im Krebsgang (ev. auch per Schnitt) · „Cross-Mapping“ · Klingsor erwartet K.
II, 2S. 110–112 · S. 154–156Riss 8

Ich will nicht. Du .. kannst mich .. nicht .. halten. Du? Aus welcher Macht? — Klingsor: „Weil einzig an mir deine Macht nichts vermag.“

OlympiaDialog Kundry–Klingsor: Nahaufnahme
II, 3S. 167 · S. 209Riss 9

Parsifal! Weile! — Der Ruf Kundrys erinnert Parsifal an den Ruf der Mutter. Parsifal: „Parsifal? So nannte träumend mich einst die Mutter.“

OlympiaKundry von fern, Kamera auf Parsifal, der (noch) schweigt
II, 4aS. 172–175 · S. 213–215Riss 10

Dich nannt ich, tör’ger Reiner, „Falparsi“, dich reinen Toren „Parsifal“. Fern, fern ist meine Heimat. Dass du mich fändest, verweilte ich nur hier; von weit her kam ich, wo ich viel ersah.

OlympiaKundry und Parsifal: ruhige, kreisende Bewegung, man klärt die Bezüge und die Vergangenheit
II, 4b (5)S. 181–183 · S. 224–226Riss 11

Die Leib und Leben einst dir gegeben, der Tod und Torheit weichen muss, sie beut dir heut als Muttersegen’s letzten Gruß, der Liebe ersten Kuss. — Der Kuss der Mutter, „das Erwachen heiterer Gefühle auf dem Lande“!: „Die Liebe lerne kennen –“

Olympia + Elisabethenkirche1.: K.+P. sehr nah · 2.: K.+P. im Kirchenraum: P. quasi auf dem Altar
II, 5 (6)S. 191–194 · S. 245–249Riss 12

Seit Ewigkeiten harre ich deiner. O! Kenntest du den Fluch, der mich durch Schlaf und Wachen, durch Tod und Leben, Pein und Lachen, zu neuem Leiden neu gestählt, endlos durch das Dasein quält! Ich sah Ihn und lach-te, da traf mich sein Blick!

Olympia + ElisabethenkircheParsifal starrt auf die ausrastende Kundry
II, 6 (7)S. 203–209 · S. 263–272Riss 13

Nie sollst du ihn finden! Ha, Wahnsinn! Mitleid mit mir! Nur eine Stunde mein! Nur eine Stunde dein … und des Weges sollst du geleitet sein. — Der Fluch, der auf Kundry lastet, macht sie zur rastlosen Wanderin zwischen den Welten …

Olympia + Taut-AulaKundry rast · Parsifal „cool“

3. Akt · Epilog

Kundry + Parsifal III · Kundry: Kleidung „heutig“-zeitlos, Modell 2 · Streichquartett: uni-schwarz, mit zerzaustem Haar, Kleidung verstaubt-abgewetzt

III, 1S. 212–214 · S. 277, 280–282 (Sprung!)Riss 14 · attacca

nur Musik — Dumpfes Stöhnen von Kundrys Stimme. Kundry erwacht in einer verkommenen Gralswelt.

Taut-AulaKundry wie unter „Verwandlungsdrogen“, Gurnemanz-Parsifal-Klingsor schaut unbeteiligt zu
III, 2S. 215–217 · S. 284–287 (Sprung)Riss 15

Dienen, – dienen. — Wandlung zur Madonna, christlichen Dienerin (Maria Magdalena), Lichtgestalt ..

Taut-AulaKundry: steigert sich vom Sprechgesang ins Schreien: „dienen, dienen“ · Gurnemanz-Parsifal-Klingsor abgewandt

Bilder

Transakustik – Klangwerk

Location

Kontrollpunkt Dreilinden

Text · Randnotizen

Personifizierte Zeitlosigkeit · Beobachtungen und Randnotizen während der Aufnahmen und Dreharbeiten · Eberhard Kloke (September 2005)

Orte-Räume-Figuren-Personen von heute

Die für das Projekt ausgewählten Drehorte sind Räume und locations des Übergangs, der Zerstörung, des Verfalls.

Die Verwundung der Räume und ihrer Architektur geschah entweder durch Kriegseinwirkung, Verwahrlosung - und als deren Folge - durch Rückeroberung durch Natur. Die Unwirtlichkeit der Räume bewirkt, dass sich wie von selbst Situationen von extrem theatraler Ausdruckskraft ergeben. Die Darsteller erscheinen als heutige Personen wie als zeithistorische Zitate aus einem fragmentarisierten Werk: "Parsifal-Splitter".

Die in die Landschaft und Ruinen gesetzte Musik (Streichquartett) schafft ein Bild der Irrealität und Künstlichkeit (Illusion) gleichermaßen. Der Raum im Zustand des Verfalls dominiert das stehende Bild (engl."still"), die Figuren sind Teil einer Zeitmaschine, die Musik, Kontext von Ort und Raum und das gesamte Bedeutungsnetz der Kundry-Wanderungen bzw. Kundry-Verwandlungen verknüpft.

Die Chronologie desAusgangswerkes Parsifal scheint außer Kraft gesetzt, ist jedoch beim näheren Betrachten und Hineinhören neu zusammengefügt. Durch Aufhebung der Sukzession ergeben sich Bedeutungsmuster, die den Kern des Werkes scheinbar mühelos in die heutige Zeit, für gegenwärtige Zustände und Problemstellungen zu transferieren in der Lage sind.

Bei der Konzipierung der Szenen für die einzelnen Räume wurden gleiche und unterschiedliche Szenen für einen oder mehrere Schauplätze entwickelt - Audio/Video-Clips 1-10.

Das Szenario gibt einen Blick auf die jeweils gesetzte Grundsituation für Ort/Raum und Bild - Szenario . Es geht aus von der Chronologie im Werk Parsifal, um die Systematik und Anwendung jederzeit klar vor Augen zu haben.

AUDIO

Die Audio-"Splitter" werden in der Reihenfolge als Audio-takes aufgenommen, wie sie im WERK Parsifal erscheinen, um jederzeit auf die innere Struktur und die thematisch-motivischen/harmonischen Bezüge rückgreifen und verweisen zu können.

Das Audio-Material in der Bearbeitungsfassung für Sopran und Streichquartett als Ausgangspunkt des medialen Experiments:

nicht die Musik kommentiert das Bild oder die Szene, vielmehr kreisen die jeweilig bewusst gesetzten Prioritäten (der einzelnen medialen Parameter) um den Kern der Aussage.

Bei der Umsetzung/Aufnahme der "Patterns" hat sich sowohl beim Streichquartett wie auch beim Klavier ergeben, das musikalische Grundmaterial noch weiter zu "splitten" und in harmonische und rhythmische Zentren zu verdichten. Diese Patterns bilden das Material zur Ausformung der "Risse", die auf die jeweiligen Kundry-Einzelpassagen folgen und zusammen mit einer Video-Bild-Idee weiter ausformuliert werden.

VIDEO-Audio in Richtung Internet-Oper

Die Video/Audio-Aufnahmen wurden an den verschiedenen locations in Berlin innerhalb von 2 Wochen im Juni 05 gemacht. Dabei spielte die jeweilige Raum-Situation (Akustik, Wetter, Licht) immer den entscheidenden Kontrapunkt zum musikalisch-szenischen Geschehen.

Es entstand schon bei der Aufnahme das Bewusstsein und das feeling für permanenten Wandel und Verwandlung.

Die improvisatorische Momentaufnahme setzt auf die Einzelqualität der jeweiligen Szenen und Situationen, aus der heraus sich der danach erfolgte Neu-Entstehungs-prozess für die Internet-Version von Parsifal Entfernung. Sakrileg Kundry abgeleitet hat.

Bilder

Kontrollpunkt DreilindenKontrollpunkt DreilindenKontrollpunkt DreilindenKontrollpunkt DreilindenKontrollpunkt DreilindenKontrollpunkt DreilindenKontrollpunkt DreilindenKontrollpunkt Dreilinden

Location

medienwerkstatt006

Wien 16 · exterritorial · Previews

Exterritorial: medienwerkstatt006, Wien 16 · Previews 1–4 · Remix

Wien · Orfeus Speicher · Remix · Previews · 6 Clips

Bilder

medienwerkstatt006medienwerkstatt006medienwerkstatt006

3D · Spielmodell · AV-Animation 4:32 · 2026

Zum Raum wird hier die Zeit

Die Berlin-Karte der Internet-Oper wird zum begehbaren Raum: Die roten Kreise der Schauplätze sind Zeit-Trommeln, die die Bilder ihrer Clips als Filmstreifen tragen – 16 Zellen pro Umdrehung, eine Zeile je Minute, die Höhe ist die Spieldauer. Die grünen Punkte sind Nadeln, die Route der drei Akte ein Band, die 15 Risse stehen als Scheiben an der Strecke, Kundry reitet als Lichtpunkt. Gurnemanz’ Satz aus dem ersten Akt ist das Verfahren: Die Zeit der Clips wird zu Raum.

AV-Animation 4:32 · 4K · auf YouTube ↗ · MP4 (1080p)
▶ 3D-Modell laden · Sketchfab
ZUM RAUM WIRD HIER DIE ZEIT PARSIFAL Entfernung · auf Sketchfab ↗ · GLB (7 MB) · wird erst nach Klick geladen (Datenschutz)
3D-Szene: Zeit-Trommel der Kirche St. Elisabeth über der Berlin-Karte, Route des 3. Akts3D-Szene betreten →

Spiel · Kundrys Stunde

Du bist Kundry, die wilde Reiterin, verflucht, durch Zeiten und Orte zu reiten. Eberhard Klokes Sequenzplan – 15 Risse – ist zerbrochen: Jede Konstellation (ein Code, bei jedem Start neu gewürfelt) legt fest, welche Sequenz an welchem Ort in welcher Zeitschicht Berlins zu finden ist, wo Kundry beginnt und wann Klingsor die Karte aufreißt. Elf Zeitschichten von 1835 bis 2026: Trommeln erscheinen mit ihrem Baujahr, 1945 liegt die Stadt in Trümmern, 1961–1989 steht die Mauer. „Nur eine Stunde mein! Nur eine Stunde dein …“ – was du sammelst, ist deine Fassung der Oper: Partitur, Ritt, MP4.

Eigene Bilder, Videos, GLB-Modelle, Sounds, Live-Kamera und Mikrofon gehen in die Szene; heraus kommen AV-Clips, Kamerafahrten, GLB und eine teilbare Konstellation (JSON/Code).

Stunde beginnen Zeitschichten eigene Daten · Live

AV-Animation 4:32

Die 3D-Animation „Zum Raum wird hier die Zeit“ fährt die Route der drei Akte ab: Vorspann über der Karte, Aufbau der Trommeln, zehn Stationen mit Originalton der Clips, Epilog, Nachspann. 3840 × 2160 · 25 fps · 16:9 · Stereo (Originalton 2005, räumlich gemischt, Trommel-Takt 1 Zelle = 1 s).

AV-Video herunterladen (MP4 · 1080p) Szene als GLB (7 MB)

Szene

glTF 2.0 · Einheit: Kartenpixel der Website-Karte (3165 × 2185), Y nach oben · 54 Knoten · Texturen: Berlin-Karte, sechs Filmstreifen (16 × Zeilen Bildzellen aus den Clips) · drei Animationen: Trommeln · eine Umdrehung 16 s, Kundry · Ritt über die Route 64 s, Aufbau · Entfernung 12 s. Geometrie, GLB-Writer, Software-Rasterizer und Ton in Python (NumPy, Numba, FFmpeg), entwickelt im Dialog mit Claude (Anthropic); Webszene three.js r169 (lokal).

Text, Inhalt © Eberhard Kloke · Bild, Montage, Grafik, 3D © Markus Wintersberger · medienwerkstatt006 2026

Zur Zeit verfügbare Aufführungsmodule · Availability of performance-modules

Module I–IV

Modul I

Bild- und Klangpatterns im Kunstraum

Installation / Ausstellung in Galerie / Museum / Akademie

Modul II

Musiktheater · Wagner senza vibrato

Live Performance / Musiktheater in Opernhaus, Festspielhaus, neue ORTE / Räume

Modul III

Parsifal verständlich?? cross-mapping zwischen Musik, Sprache und Bild

Video-Installation – Live Performance in Theater / Museum / Galerie

Modul IV

Spectacle dynamique – Eine Reise zu Wagner

Projekt für Orchester, Soli, Schauspieler, Streichquartett, Video/Audio-Installation für Festival / Opernhaus / Landes- oder EU-Kulturinitiative, auch open-air geeignet

Downloads

Projektbeschreibung (deutsch) · PDFProject description (english) · PDFBildbeschreibung I · PDFBildbeschreibung II · PDFLaboratorium · Parsifal-Comic · PDF

Laboratorium · Skizzen Capri, Videostandbilder, Zeichen

LaboratoriumLaboratoriumLaboratoriumLaboratoriumLaboratoriumLaboratoriumLaboratoriumLaboratoriumLaboratoriumLaboratoriumLaboratoriumLaboratoriumLaboratoriumLaboratoriumLaboratoriumLaboratoriumLaboratoriumLaboratoriumLaboratoriumLaboratoriumLaboratoriumLaboratoriumLaboratoriumLaboratoriumLaboratoriumLaboratoriumLaboratoriumLaboratoriumLaboratoriumLaboratoriumLaboratoriumLaboratoriumLaboratoriumLaboratoriumLaboratorium

Re-Lektüre 2026

2005 → 2026

Eine Internet-Oper aus dem Jahr Null des sozialen Bewegtbilds: gedreht in zwei Wochen im Juni 2005 an fünf verwundeten Orten Berlins, online im Herbst 2005 – als Karte mit zehn Clips.

02/2005Google Maps geht online
04/2005erstes YouTube-Video
06/2005Dreharbeiten: 2 Wochen, 5 Orte, Berlin
11/2005Internet-Oper online: Karte + 10 Clips
12/2005YouTube startet offiziell
12/2006Met: Live in HD
2007Parsifal Säle, ORFEUS 07 Wien · Fassung bei Universal Edition
2010„reloaded“ · 4-Kanal Audio-Videoinstallation
2013ParsifAIl 2013–2424
2020Pandemie: jede Oper wird Stream
2026Neufassung · AV-Arbeiten · diese Website
1

Oper ohne Haus

Die Stadt ist die Bühne, die Karte das Foyer. Das Publikum betritt das Werk über einen Stadtplan – lange bevor Karten zur Oberfläche des Alltags wurden.

2

Der Clip als Szene

Zehn Clips statt drei Aufzüge: musikalisches Denken in teilbaren, verlinkbaren, wiederholbaren Einheiten – im Geburtsjahr von YouTube.

3

Riss und Pattern

Klokes Répliques komponieren den Loop: das Motiv als Schleife, der Schnitt als Riss – die Grammatik des Netzes, vorweggenommen in der Partitur.

4

Verwundete Orte

1835 · 1908 · 1932 · 1936 · 1965 – Kirche, Bad, Aula, Olympia, Garage: deutsche Geschichte als Resonanzraum für Kundry, die Wanderin zwischen den Zeiten.

5

Werk als Netz

Internet → Installation → Live → Partitur → KI. Vier Aufführungsmodule, ein work in progress über 21 Jahre: kein Objekt, sondern ein wachsendes Bedeutungsnetz.

6

Sakrileg wird Normalzustand

Oper im Browser, Szene als Clip, Stadt als Interface: Das Projekt hat es gedacht, bevor es die Werkzeuge dafür gab.

AV-Arbeiten 2026

Neufassung 2026 · „Von weiter als du denken kannst“ · 6:48 · auf YouTube ↗
Web-Oper · Chronologie 2005/2026 · Langfassung 10:00 · auf YouTube ↗
Web-Oper · Trailer 3:33 · auf YouTube ↗
3D · Zum Raum wird hier die Zeit · 4:32 · auf YouTube ↗ · Spiel & Szene

Weiterführend

Musikakzente 21 · SacrilègesUniversal Edition · Wagner / KlokeFlickr · 212 FotosParsifal Entfernung „reloaded“Parsifal Säle · ORFEUS 07

Impressum

PARSIFAL ENTFERNUNG. Sakrileg Kundry

Text, Inhalt © Eberhard Kloke, www.musikakzente.de
Bild, Montage, Grafik © Markus Wintersberger, www.medienwerkstatt006.at
Berlin / Wien, November 2005 · ©MW_EK Berlin/Wien 2010 · Rekonstruktion der Website 2026

Produktionsleitung: Christian Saalfrank · Produktionsassistenz: Thomas Mayer · Klavier / Répliques: Eduard Clark · Eine Produktion von Musikakzente 21. Jh. e.V. und medienwerkstatt006.

Die Website von 2005 bestand aus rund 100 HTML-Seiten, einer Flash-Navigation auf der Berlin-Karte (parsnav.swf) und Flash-Video (FLV). Diese Fassung überträgt Struktur, Texte und Bilder vollständig in HTML5 – ohne Plug-ins, responsiv, mit den originalen Pfaden als Weiterleitungen.

◆ Masterklasse Digital
Design
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